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Innovation

Optimierte Prozesse für Deine Retouren

Retouren sind die Kehrseite der Medaille im E-Commerce. In der Schweiz geht man im Fashion-Bereich von einer Retourenquote von bis zu 60 % aus! Deshalb ist es wichtig, dass Retourenprozesse optimiert sind, verlässlich funktionieren und nicht auf die Kosten drücken.

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Optimierte Retourenprozesse für dein E-Commerce Business

Das Retourenmanagement ist im nationalen Onlinehandel schon aufwändig, im Cross Border E-Commerce kann es aber schnell zum Ärgernis werden, das ins Geld geht. Denn ist Deine Retourenlogistik nicht optimal, ärgert sich Dein ausländischer Kunde und Du wirst das zackig an Deinen KPIs merken. Denn:

  • Die Logistikkosten
  • Die administrativen Aufwände sind höher.
  • Du kannst das Refunding Deiner Kunden zu spät durchführen.
  • Du kannst die Zölle bei der Rückführung nicht zurückfordern.
  • Du hast keine oder eine unzureichende Kontrolle über Betrugsfälle.
  • Du kannst nicht oder erst spät auf Kundenbedürfnisse

Du siehst, es gibt einige Stolpersteine beim Retourenmanagement. Nimm Dir kurz Zeit und lies unsere Ausführungen und Tipps rund ums Retourenmanagement im Cross Border E-Commerce mit der Schweiz durch.

Wir zeigen Dir anhand von Beispielen und Visualisierungen, worauf es ankommt, Spezialthemen sind mit detaillierteren Infos und Fachblogs verlinkt. Und in unseren Highlight-Boxen findest Du die daraus resultierenden Zusammenhänge mit Deinen KPIs. Bereit? Los gehts!


Du hast die Wahl: kundenfreundliches oder kundenUNfreundliches Retourenmanagement 

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Retouren-Set-ups, für die Du Dich entscheiden kannst: das kundenfreundliche nationale Retourenmanagement und das internationale Retourenmanagement, das viel weniger kundenfreundlich ist. Schau Dir kurz diese Übersicht an:

retourenmanagement

Das internationale Retourenmanagement im E-Commerce

Hier wird die Sendung von Deinem Schweizer Kunden dem gewählten Dienstleister übergeben (beispielsweise DHL). Dieser ist dafür verantwortlich, dass die Sendungen direkt und grenzüberschreitend zurück in Dein Lager ins Ursprungland verschickt werden. Dabei verzollt er jede Rücksendung einzeln.

Diese Aufwände hat Dein Schweizer Kunde:

  • Wiederverpacken
  • Frankieren der Retoure
  • Hast Du gewusst: Die Kosten dafür können mehrere 100 % betragen im Vergleich zum nationalen Retourenmanagement
  • Zolldeklaration via CN22-Belabelung
  • Schau Dir hier kurz an, was er auf dem Formular alles eintragen muss CN22 ausfüllen
  • Abholung organisieren oder Drop-off an einem Aufgabepunkt Deines Dienstleisters

Das nationale Retourenmanagement

Hier schickt Dein Schweizer Shopper die Retoure an ein Retourencenter in der Schweiz.

Dort wird die Sendung registriert, es findet gegebenenfalls ein Content Check (Überprüfung der Ware) statt, danach wird sie für einen möglichst kostengünstigen Rücktransport konsolidiert.

Ganz schön bequem für Deinen Kunden, oder? Dieses Set-up ist ideal, wenn Du mehr als fünf Retourensendungen pro Tag hast.

Die Vorteile dieser Rücksendungsvariante liegen auf der Hand:

  • Günstigere Logistikkosten pro Retoure, da nur nationale Aufgabekosten entstehen.
  • Die Convenience für Deine Schweizer Kunden ist top: Sie müssen kein kompliziertes Verzollungsformular (CN22) ausfüllen.
  • Du kannst die nationale Retourenadresse aktiv in Deinem Onlineshop Das ist ein absoluter USP, weil diese bequeme Art von Retourenhandling noch immer kein Standard ist.
  • Schweizer Zölle können zurückverlangt werden.
  • Die Rückzahlung wird bereits einen Tag nach Aufgabe der Retoure ausgelöst, das gibt Deinem Schweizer Kunden größtmögliche Sicherheit und schafft Vertrauen.

Der Nachteil dieser Rücksendungsvariante ist:

  • Die Administration ist etwas größer, weil es zwei Retourenhandlings braucht: einmal aus dem Schweizer Retourenzentrum und einmal aus dem deutschen oder österreichischen Retourenzentrum.

Der Vollständigkeit halber möchten wir Dir eine weitere Variante des nationalen Retourenmanagements ebenfalls kurz vorstellen: Wenn Du physische Shops in der Schweiz betreibst, kannst Du Deine Retouren in Deine Schweizer Geschäfte senden lassen.

Dort werden sie zum Weiterverkaufen aufbereitet. Bei dieser Variante sind zwei wichtige Komponenten nötig: die First-Mile-Lösung (mehr dazu später) und eine clevere IT-Lösung, die steuert, welcher Shop welche Sendung erhält.Diese Retourenvariante ist eher selten, deshalb gehen wir nicht näher darauf ein.

Nochmals kurz zum nationalen Retourenmanagement. Diese Punkte sind Teil davon:

  • First Mile
  • Standort des Retourenzentrums
  • Retourenerfassung (Check-in)
  • Retourenverarbeitung (Content Check)
  • Retouren-Case-Management
  • Konsolidierung
  • Transportvorbereitung
  • Rückverzollung
  • Ausfuhrverzollung
  • Rücktransport

In den nächsten Kapiteln erläutern wir Dir diese Punkte etwas genauer.

Möchtest Du Deinen persönlichen und optimierten Retourenprozess mit einem Profi besprechen? 

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First Mile – damit gehts los

Für die First Mile brauchst Du eine separate Logistikdienstleistung. Die mit Abstand am meisten genutzte Lösung in der Schweiz heißt «Geschäftsantwortsendung» (GAS). Sie ermöglicht eine effiziente Rücksendung und wird deshalb von den meisten Onlinehändlern genutzt.

Die GAS ist ein äußerst bewährtes Produkt der Schweizer Post, die mit 3909 Drop-off Points das mit Abstand dichteste Netz in der Schweiz betreibt.

Der Vorteil für Deine Kunden liegt auf der Hand: Sie können in der Regel nur um die Ecke oder ganz bequem auf dem Weg zur Arbeit ihre Retoure abgeben. Schweizerinnen und Schweizer geben ihre Retouren denn auch am häufigsten in einer Agentur ab, wie die folgende Abbildung zeigt:

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Die doppelt so hohe Quote für die Postoffice-Variante in der Schweiz verglichen mit anderen Ländern ist ein klarer Qualitätsbeweis. Die Schweizer Post verfügt über ein äußerst dichtes Netzwerk, das die Schweizerinnen und Schweizer zu schätzen wissen.

Unterschätze als Cross-Border-Händler nicht den Stellenwert des Komforts und der Bequemlichkeit bei den Retouren!

Ausländische Logistikfirmen wie DHL, DPD oder auch Kurierdienste wie UPS oder Fedex bieten ebenfalls Retourenlösungen an. Wegen der hohen Kosten ist ihr Netz aber bei Weitem nicht so dicht wie dasjenige des Local, eben der Schweizer Post.

Das trifft ganz besonders auf ländliche, weniger frequentierte Orte zu. Dort wäre für einen Großteil Deiner Kunden große Anstrengungen nötig, um die Artikel zu retournieren. Sie müssten die Sendungen beispielsweise in einem Nachbarort aufgeben.

  • Profi-Tipp:
    Unterschätze Deine Kunden nicht! Gerade Schweizer Shopper, die häufiger als andere Nationalitäten im Ausland einkaufen, sind vor dem Check-out kritischer, was das logistische Set-up angeht. Sie prüfen auch viel genauer, wie sie die Waren retournieren können. Sie wissen, dass für sie der Aufwand beim Zurücksenden größer ist als bei Local Heroes – und brechen den Einkauf ab. Die Folge sind schlechte Conversion Rates.

 

Nehmen wir an, der Schweizer Shopper informiert sich nicht über die vom Shop angebotene Retourenlösung oder er kennt deren Konsequenzen nicht. Er kauft die Ware, möchte sie aber nach Erhalt retournieren.

Er ist nun gezwungen, einen unverhältnismäßig großen Aufwand auf sich zu nehmen. Seine Customer Journey dürfte deshalb recht schlecht ausfallen – wird dieser Kunde noch einmal in diesem Shop etwas kaufen oder ihn empfehlen? Wohl kaum.

 

Standort des Retourenzentrums – die geografische Lage ist eine wichtige Rolle beim Rücksendungsprozess

Deinem Schweizer Kunden ist es egal, wo sich Dein Retourenzentrum innerhalb der Schweiz befindet. Für ihn spielt es weder für die Kosten noch für seine Convenience eine Rolle, ob es gleich um die Ecke oder am anderen Ende der Schweiz liegt.

Für Dich als Onlinehändler sieht das natürlich anders aus! Für Dich macht es Sinn, dass Dein Retourenzentrum geografisch möglichst nahe beim Ursprungsland liegt. Denn so kannst Du Deine Rücktransportkosten minimieren.

Am besten ist das Lager, in dem die Waren aus der Schweiz eintreffen, und dasjenige, in dem die Waren wieder rausgehen, ein und derselbe Ort. Das ermöglicht Dir, mit der gleichen Spedition und demselben Lastwagen, der die Waren in die Schweiz bringt, Deine Sendung zurückzuführen.

Asendia Switzerland hat die ideale Lösung: ein Retourenzentrum in Rümlang bei Zürich, das in unmittelbarer Nähe des Flughafens Zürich-Kloten liegt.

 

Retourenerfassung (Check-in) – für den optimalen Prozess

Stellen wir uns vor, dass einmal täglich ein Lieferfahrzeug Deines Anbieters für die First Mile bei Deinem Retourendienstleister vorfährt und dort sämtliche Retouren ablädt. Diese werden im Anschluss vorsortiert, um die weitere Verarbeitung zu vereinfachen.

Nach dieser Vorsortierung werden die Sendungen erfasst. Dafür wird das Label der Retoure gescannt – oder manuell eingegeben, falls das Label beschädigt ist.

Vorsortierung-Rücksendungen

Für die weitere Verarbeitung gibts verschiedene Möglichkeiten:

  • Non Content Check: Die Sendung wird weder geöffnet noch erfasst noch geprüft.
  • Zerstörung: Wenn es sich ökonomisch nicht lohnt, die Retouren zurückzuführen, kannst Du Deinem Retourendienstleister den Auftrag geben, die Ware zu zerstören. Hier wird zwischen einer zertifizierten und einer nicht zertifizierten Zerstörung unterschieden. Der der zertifizierten Zerstörung wird Dein Retourendienstleister von einem Zertifizierer beim Vorgang überwacht. Damit wird sichergestellt, dass Deine Waren gesetzeskonform zerstört
  • Content Check: Das Paket wird geöffnet, der Inhalt wird erfasst und gegebenenfalls geprüft. Lese dazu mehr im nächsten Kapitel.

Der Non Content Check ist die schnellste und deshalb auch die günstigste Variante. Die Mehrheit der Cross-Border-Händler nutzt sie. Sie wird für Händler empfohlen, die normalerweise nur einen Artikel verschicken und auch bei eher kleinem Warenwert.

Bei größerem Warenwert lohnt sich ein Content Check. Denn hier ist das Betrugspotenzial klar höher und der dadurch entstehende Schaden ebenso.

Die Retouren-Label-Nummer ist im Idealfall mit den Importdaten verknüpft. Dann liefert die IT Deines Retourendienstleisters täglich ein automatisiertes Reporting (schau Dir dazu die folgende Tabelle an).

Alternativ können die Daten natürlich auch manuell erfasst werden – das ist aber viel zeitaufwändiger und fehleranfälliger.

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  • Profi-Tipp:
    Ein schnelles Refunding geht mit einer guten Customer Experience einher. Jede Retoure ist eine Chance, den Kunden mit einer positiven Erfahrung an Deinen Shop zu binden! Die Folge sind positive Effekte auf die Wiederkaufs- und Empfehlungsrate.

 

Retourenverarbeitung (Content Check) – wie flexibel ist Dein Retourendienstleister?

Die meisten Händler schreiben individuelle Standard Operation Procedures (SOP) vor. Aus Prozessablaufsgründen machen es deshalb Sinn, nicht die verschiedenen Anforderungen der Händler bei der Retourenverarbeitung zu vermischen. Deshalb sollten die Retouren im Wareneingang pro Händler vorsortiert werden.

Wir zeigen Dir hier einige Beispiele, wie unterschiedlich SOP sein können:

  • Händler A möchte lediglich überprüfen lassen, welche Artikel retourniert wurden.
  • Händler B möchte, dass bei den Retouren explizit darauf geachtet wird, dass alle Knöpfe an den Kleidungsstücken noch festgenäht sind.
  • Händler C wünscht, dass kontrolliert wird, ob alle Akkus im zurückgeschickten Gerät vorhanden sind.
  • Händler D legt einen physischen Retourenzettel der Auslieferung bei. Darauf hat der Kunde die Möglichkeit anzugeben, ob er den gleichen Artikel in einer anderen Größe wünscht.

Es gibt zig verschiedene Möglichkeiten für Content-Check-Prozesse. Wir haben Dir oben die häufigsten aufgezeigt. Grundsätzlich kosten Content-Check-Prozesse Zeit und Geld.

Dabei muss bedacht werden, dass beim nationalen Retouren-Set-up diese Prozesse in der Schweiz anfallen – das bedeutet, dass die Aufwände dafür mehr kosten als in anderen Ländern.

Die Lohnkosten in der Schweiz sind höher. Umso wichtiger ist es, dass sämtliche Prozesse über ein intelligentes Erfassungssystem erfolgen.

Es ist schwierig bis unmöglich, den individuellen und sehr dynamischen Ansprüchen der verschiedenen Händler mit einem statischen IT-System zu begegnen.

Diese Challenge bewältigt nur ein ausgeklügeltes Erfassungssystem mit dynamischer IT, das rasch und ohne Entwicklungskosten auf die individuellen Händlerbedürfnisse angepasst werden kann.

Hier ein gutes Beispiel:

Erfassungssystem-Rücksendungen

Mit einem solchen Tool kann man das Benutzer-Interface für die Rücksendungen flexibel anpassen.

In diesem Beispiel legt der Händler der Bestellung ein physisches Retourenformular bei. Wenn der Käufer die Ware zurückschickt, kann er darauf vermerken, dass er einen bestimmten Artikel in einer anderen Größe bestellen möchte.

Der Mitarbeiter im Retourenzentrum liest das Formular aus und gibt die entsprechenden Daten (zum Beispiel Größe etc.) des neu bestellten Artikels in die Datenbank ein.

Die Daten sollten im Content Check möglichst automatisiert werden. Es macht sicher Sinn, bereits in den Importdaten die EAN-Codes der einzelnen Artikel zu übertragen.

Im Normalfall haben die einzelnen Artikel ebenfalls einen Barcode, die der EAN-Nummer entsprechen. Das garantiert, dass es mittels Operators möglich ist, die einzelnen Artikel in einer Sendung zu scannen. Beispiel gefällig? Schau hier:

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Das IP-System sollte nun in der Lage sein, einen Abgleich mit den importierten Daten vorzunehmen und zu erkennen, welche der ursprünglich eingeführten Artikel wieder zurückgeführt werden. Das ermöglicht ein präzises tägliches Reporting an den Händler sowie die exakte Auflistung für die Rückverzollung.

 

Retouren-Case-Management – eine gute Organisation ist alles

Natürlich funktioniert nicht immer alles wie am Schnürchen. Es kommt vor, dass beispielsweise ein Kleidungsstück in einem sehr schlechten Zustand zurück ins Retourenzentrum kommt. Was dann?

Dafür stehen grundsätzliche zwei Optionen zur Verfügung:

  1. Für diesen Fall ist bereits in der SOP eine klare Vorgehensweise definiert worden. Darin wurde zum Beispiel festgelegt, dass in solchen Fällen das Kleidungsstück entsorgt wird und diese Option bereits in der oben gezeigten Maske mit einem Button vorgesehen ist. Dann sprechen wir allerdings nicht von Case Management, sondern von einer standardisierten Ausführung.
  2. Ist dieser Fall nicht klar in der SOP definiert, kommt das Case Management zum Tragen. Der Mitarbeiter erfasst Artikel und Case – in diesem Fall das kaputte Kleidungsstück – und erstellt ein Reporting für den Händler, zum Beispiel mit einem Foto.

 

Obwohl diese Cases verschiedene Vorgänge beschreiben, kann das Reporting effizient und damit kostengünstig ausfallen.

Dafür solltest Du als Händler mit Deinem Retourendienstleister klare Kommunikationspfade definieren. Außerdem ist es ratsam zu überprüfen, ob Dein Retourendienstleister durch eine clevere IT unterstützt wird.

Wenn Kommunikation und Datenerfassung ins Retourensystem eingebunden sind, fällt das Reporting viel kostengünstiger aus.

So sieht das Standardvorgehen aus:

  • Der Mitarbeiter erkennt das defekte Kleidungsstück.
  • Er macht ein Bild mit seinem Smartphone.
  • Er schickt das Foto via seinem privaten E-Mail-Programm an einen Firmen-Account.
  • Er verfasst auf dem Firmen-Account eine E-Mail und hängt das Foto an.
  • Er sendet die E-Mail und das Bild dem Händler zur Abklärung.
  • Er legt die Retourensendung unsortiert in einem großen Regal ab.
  • Zwei Tage später öffnet er seine E-Mail-Box und liest die Anweisungen des Händlers.
  • Nun sucht er anhand der Tracking-Nummer und seinem Gedächtnis (sofern er überhaupt derjenige war, der das Paket sortiert hatte) im Lager nach genau diesem Paket, um sie wie vom Händler gewünscht weiterzuverarbeiten.
  • Die Verrechnung erfolgt nach geschätztem Zeitaufwand. Sie wird manuell in einer Excel-Tabelle pro Kunde erfasst.

Ganz schön kompliziert und aufwändig, oder?

So sieht der optimierte Rücksendungsprozess aus:

  • Der Mitarbeiter erkennt das defekte Kleidungsstück.
  • Er klickt in seinem Retouren-Interface auf die Option «Case Management / Foto erfassen».
  • Er macht mit der Digitalkamera, die mit dem Retourensystem verbunden ist, ein Foto.
  • Das System lädt das Bild nun automatisch in eine zentrale E-Mail und versendet diese an einen im Kundenprofil hinterlegten Kontakt.
  • Das Retourensystem legt automatisch einen Case an und teilt dem Mitarbeiter mit, in welchem Lagerplatz er das Paket ablegen soll.
  • Sobald die Antwort des Kunden eintrifft, wird ein Mitarbeiter benachrichtigt. Er findet den Lagerplatz ohne Weiteres und führt die Anweisungen des Händlers aus.
  • Die Verrechnung erfolgt nach einem klar definierten Zeitaufwand und wird automatisiert in einem entsprechenden Reporting in der Monatsabrechnung aufgeführt.
  • Fertig!

Konsolidierung – so sparst Du effektiv bei Rücksendungen

Für Händler mit sehr großen Volumen kann es durchaus Sinn machen, die Retouren täglich aus dem Schweizer Retourenzentrum zurückzuführen. Als Richtlinie dafür gelten mehrere 100 Retouren pro Tag.

Wenn das nicht der Fall ist, sollte man aus Kostengründen die Waren konsolidieren. Die Konsolidierungsgrenzen können über einen bestimmten Zeitraum definiert werden (zum Beispiel Rücksendung alle zwei Wochen) oder auch über eine bestimmte Menge (zum Beispiel, wenn acht Europaletten komplett sind).

Die Konsolidierung sorgt dafür, dass die Rücktransport-Stückkosten massiv gesenkt werden. Das Volumen bestimmt die Kosten – wie meistens in der Logistik. Zur konkreten Veranschaulichung hier zwei Szenarien:

Situation 1:

Für den Rücktransport wird ein Sprinter von Basel nach Köln und eine Ausfuhrverzollung organisiert: Gesamtkosten 350 €. Du möchtest Deine Artikel eine Woche lang in dem Schweizer Retourenzentrum konsolidieren, bevor sie für den Wiederverkauf zurück in Dein Lager kommen.

Innerhalb einer Woche haben sich dort 100 Retouren eingefunden, die Platz auf einer Europalette haben.

  • Deine Rücktransportkosten pro Stück belaufen sich somit auf 3.50 €.

Situation 2:

Der gleiche Sprinter und die gleiche Verzollung belaufen sich wiederum auf 350 €. Dieses Mal aber konsolidierst Du Deine Artikel acht Wochen lang. Das ergibt dann acht Europaletten voll Ware (die maximale Kapazität eines Sprinters) und 800 Retourenpakete.

  • Deine Rücktransportkosten pro Stück belaufen sich somit auf 0.44 €.

Ein frappanter Unterschied, oder?

Natürlich müssen wir bei dieser Kalkulation die zusätzlichen Lagerkosten miteinbeziehen. Die Stückkosten werden also bei Situation 2 etwas steigen – nichtsdestotrotz bleibt ein markanter Preisunterschied.

Du musst bei den Kosten also genau den Trade-off abwägen zwischen toter Lagerung im Ausland und dem Rücktransport pro Stück.

  • Profi-Tipp:
    Unterschätze nicht den Einfluss der Konsolidierung auf Deine Retourenlogistik-Kosten! Schaue genau hin und rechne verschiedene Varianten durch.

 

Transportvorbereitung – clever verpackt heißt Volumen optimieren

Was hier für Dich als Händler wichtig ist, ist die Volumenoptimierung. Teilweise wurde dieses Thema schon unter dem Punkt Content Check behandelt. Wir möchten Dir aber noch weitere Inputs dazu liefern.

Du als Händler hast grundsätzlich die Möglichkeit, Deinem Retourendienstleister vorzuschreiben, wie er die verarbeiteten Artikel verpacken soll. Wir zeigen Dir die gängigsten Varianten:

  • Die Artikel werden wieder in denselben Karton oder in denselben Plastikbeutel gepackt, in dem sie gekommen sind.
  • Die Artikel werden in großen stabilen Plastiksäcken
  • Die Artikel werden in mittelgroßen oder großen Kartons
  • Die Artikel werden in speziellen Containern im Europalettenformat oder in Gitterboxen

Grundsätzlich und gerade bei Kleidern gilt, dass es der Ware eher schadet, wenn man sie in größere Umverpackungen packt. Diese Variante kommt also eher für Händler infrage, die günstige Ware verkaufen oder solche, die in jedem Fall wieder in ihrem Lager aufbereitet werden.

 

Rückverzollung – so kriegst Du Dein Geld zurück

Weißt Du, was «Rückfahrtzahlung» bedeutet? Ganz einfach: Das heißt, dass Du bei der Ausfuhr die Zölle, die Du bei der Einfuhr für dieselbige bezahlt hast, wieder zurückfordern kannst.

Das trifft logischerweise nur auf die Artikel zu, die Du auch wirklich physisch zurücksendest. Wenn Dein Kunde zum Beispiel zwei Jeans und einen Pullover bestellt hat, bezahlst Du im Import auf allen drei Artikeln Zoll.

Wenn Dein Kunde anschließend den Pullover retourniert, bekommst Du bei der Ausfuhr nur den Zoll zurück, den Du beim Export in die Schweiz für den Pullover bezahlt hast.

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Grundvoraussetzung für die Rückfahrtzahlung ist, dass Du genau weißt, welche Artikel auch wirklich physisch zurückgeschickt werden. Deshalb ist ein Content Check unbedingt zu empfehlen!

Achtung: Wenn in einer Revision festgestellt wird, dass Zölle vom Schweizer Staat für Waren zurückgefordert wurden, die gar nicht wieder ausgeführt worden sind, ist das ein Verstoß.

Die Rückverzollung ist für Händler sinnvoll, die entsprechend hohe Zölle beim Export in die Schweiz bezahlt haben. Bei Fashion-Händlern macht das zwischen 2 CHF und 4.70 CHF pro Kilogramm aus. Dabei zählt das Bruttogewicht, also Ware inklusive Verpackung.

Zudem ist das Ganze nur für Händler relevant, die ihre Waren via DDP-Logistik in die Schweiz verschickt haben. Das heißt, sie haben die Zölle selbst bezahlt.

Der ganze administrative Prozess sollte durch Deinen Logistikdienstleister ausgeführt werden.

Die Rückverzollung ist eine Dienstleistung, die entsprechend entlöhnt werden muss. Das sieht wie folgt aus:

  • Du musst einen bestimmten Prozentsatz (in der Regel 10 %) der zurückgeforderten Zölle Deinem Zollagenten als Kommission bezahlen.
  • In der Regel bezahlst Du einen Minimalbetrag (normalerweise 100 CHF), es wird aber auch meistens ein Maximalbetrag festgelegt (normalerweise 750 CHF).

 

Ausfuhrverzollung – ohne gehts nicht

Damit Deine Retouren die Schweiz wiederum gesetzeskonform verlassen können, müssen sie für die Ausfuhr verzollt werden. Für die Ausfuhrverzollung sowie für die Erstellung eines Transitscheins (T2) brauchst Du einen Zollagenten, der dies kostenpflichtig für Dich übernimmt.

Rücktransport – gewusst wie

Falls Du sehr große Exportvolumen hast und damit auch ein hohes Retourenaufkommen, macht es durchaus Sinn, Deine Retourensendungen täglich per Transport wieder zu Dir ins Lager zu bringen.

Für Händler, die über weniger Volumen verfügen, gibt es zwei Rücktransport-Varianten:

Variante 1:

Wenn das Retourenvolumen (wegen geringer Retourenquote oder geringem Exportvolumen) so klein ist, dass es bei einer akzeptablen Rücktransportfrequenz keinen Sinn macht, einen eigenen Transport zu organisieren, kann die Ware auch in einem oder mehreren Umkartons konsolidiert und zum Händler via Post oder Kurier zurückgesendet werden.

Variante 2:

Bei mittleren Retourenvolumen ist es besser, diese so lange zu konsolidieren, dass man einen eigenen Kleintransporter damit auslasten kann. Das ist eine kostengünstige Variante, um diese zum Händlerlager zurückzubringen.

 

Zusammenfassend wie Du Deinen Retourenprozess optimieren kannst

Hier nochmals das Wichtigste in Kürze:

  • Unterschätze nie das Retourenmanagement! Es ist ein wichtiger Teil Deiner Customer Experience.
  • Gerade für den Handel mit der Schweiz ist das Retourenmanagement äußerst wichtig. Bei Volumen von über fünf Retouren pro Tag solltest Du wegen der Kosten und der Customer Experience unbedingt auf ein nationales Retourenmanagement-Set-up setzen.
  • Überlege Dir genau:
  • Habe ich eine gute SOP, die mir und meinem Retourendienstleister klare und effiziente Rahmenbedingungen schafft – und damit Geld spart?
  • Kann mein Retourendienstleister meine SOP digital erfassen und entsprechend reporten?
  • Wie lange soll ich meine Retouren in der Schweiz konsolidieren, bevor ich sie zurückführe?
  • Kann ich zusätzlich Geld und Zeit sparen, indem mein Retourendienstleister meine Artikel in größere Einheiten verpackt?
  • Lohnt sich für mich eine Rückverzollung?

Willst Du wissen wie Du Kosten sparen kannst? 

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